DAS SEHNEN – (UN)-GLEICHGEWICHT

Sehnen – im Gleichgewicht

In natürlicher Stellung stehen bzw. schlafen gesunde Pferde ohne Energieverlust, weil sich ihre Sehnen im Gleichgewicht befinden. Hierbei befindet sich das Hufbein idealerweise parallel zum Boden.

Möchte sich ein Pferd bewegen, verkürzt es durch Muskelanspannung seine Muskeln, „zieht“ damit an den Sehnen und setzt seinen Bewegungsapparat ähnlich einer Marionette in Gang. Die Sehnen selbst bestehen aus einem straffen Bindegewebe, welches die Pferde hierfür nicht verlängern oder verkürzen können. Bewegung erfolgt demnach ausschließlich über Muskelkraft. Dies ist ein ganz normaler physiologischer Vorgang.

Sehnen werden aber auch oft im Zusammenhang mit steilen Schultern, Fesselgelenken und Hufkrankheiten genannt. Welchen Hintergrund hat das?

Sehnen – im Ungleichgewicht

Der sogenannten „Hufrollenschmerz“ wird durch den Druck im hinteren Hufbereich auf das Strahlbein verursacht.

Der Schmerz vergrößert sich bei Belastung. Das Pferd möchte daher in diesem Bereich nicht mehr auftreten. Vorne möchte das Pferd beispielsweise dem Schmerz so ausweichen, indem es mehr Gewicht mit der Hufbeinspitze aufnimmt und seine Vorderbeine rückständig unter seinen Körper stellt. Zumeist versucht das Pferd auch durch vermehrtes Untertreten der Hinterhand die Vorderhand zu entlasten. Diese Pferde haben oft einen hohen Energiebedarf, da ihre Sehen nicht mehr im Gleichgewicht sind und sie selbst für einfaches Stehen Muskelkraft aufwenden müssen.

Was passiert dabei im Organismus?

Durch die Muskelanspannungen stellt das Pferd seine Schulter steiler. Hierdurch „zieht“ das Pferd bis nach unten zum Hufbein hin an seinen Sehnen. Die tiefe Beugesehne, die auf der Unterseite des Hufbeins ansetzt„ hilft dem Pferd, das Hufbein schräg zu stellen und damit dem Schmerz auszuweichen.

Diagnose

Nachfolgendes Foto zeigt die zuvor beschriebene Situation. Das Pferd befindet sich wegen des sogenannten „Hufrollenschmerzes“ nicht mehr im Sehnengleichgewicht. Das Pferd versucht durch dauerhaftes Anziehen der tiefen Beugesehne (ausgelöst durch Muskelanspannungen) seinen Huf steiler zu stellen (siehe unter dem Punkt Sehnengleichgewicht) und damit dem Schmerz auszuweichen.

hufrollenschmerz

Das Pferd hat hochgezogene Schultern, steht mit den Vorderbeinen stark rückständig und seine Hinterbein vermehrt unter seinen Körper geschoben.

Therapie – ein Jahr danach:

hufrollenschmerz-therapiert

Die Hufe dieses Pferdes habe ich physiologisch nach EIPP bearbeitet.

Der Hufrollenschmerz ist verschwunden und das Pferd befindet sich wieder im Sehnengleichgewicht.