HUFREHE – ein Beispiel

  • Schwere Hufrehe an den Vorderhufen – die ersten 10 Monate

Ein ursprünglich barhuf gerittenes Pferd „brauchte“ nach Auffassung des Hufschmiedes Hufeisen, weil es sehr fühlig lief und deswegen auch nicht mehr reitbar war.  Ca. sieben Jahre später und nach zahlreichen orthopädischen  Hufbeschlägen bekam es bei mir die letzte Chance.

Das Pferd war zu diesem Zeitpunkt  von Hufschmieden, aber auch von Tierärzten „aufgegeben“ worden. Nach zahlreichen Versuchen besonderer Hufbearbeitungstechniken – und Beschlägen konnte die Lösung nach Meinung des zuletzt über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren tätigen Hufschmiedes nur noch die Euthanasie sein. Damit galt das Pferd aus konventioneller Sicht der tierärztlichen Schulmedizin und  staatlichen Hufschmiedelehre als austherapiert und unheilbar.

Das Pferd kam so mit orthopädischen Beschlägen auf Druckverbänden bei mir an:

Auf den Röntgenbildern waren zu diesem Zeitpunkt u.a. zu sehen: Hufbeinabsenkung, Hufbeinrotation, -Hufbeinseperation, extreme Hufknorpelverknöcherungen, beide Vorderhufe standen kurz vor dem Hufbeindurchbruch, usw. usw…

        

Nach Abnahme der Beschläge und der Druckverbände zeigte sich, dass die Hufwände bis zu 2 cm von den Hufkapseln abstanden! Eine weiße Linie gab es zum größten Teil nicht mehr, sondern vielmehr nur noch tiefe „Schluchten“, die fast bis zum Kornrand reichten! Ohne die Druckverbände hätte der orthopädische Beschlag gar nicht mehr aufgenagelt werden können. Nachfolgendes Bild wurde während der ersten Hufbearbeitung aufgenommen:

Ein solch schwerer Fall kann in den ersten Monaten nur stationär  therapiert werden. Dieses Pferd konnte jedoch nach 5 Monaten stationärer Therapie wieder zurück in seinen Heimatstall. Dort wird es auch weiter von mir betreut. Nach meinem Therapiebeginn im April 2016  konnte das Pferd im Juni 2017 erstmals wieder leicht geritten werden.